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Vermögensschadenhaftpflicht einfach erklärt

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Wem kommt es nicht so vor? Der Versicherungsdschungel scheint mit den Jahren immer noch dichter und undurchsichtiger zu werden, sodass man schnell den Überblick verliert. Dies gilt gerade auch für Gewerbeversicherungen. Häufig ist nicht klar, wie sich die einzelnen Versicherungen voneinander abgrenzen, was sie leisten und wer sie tatsächlich benötigt. Erfahren Sie im Folgenden alles Wichtige zum Thema Vermögensschadenhaftpflichtversicherung. Ganz ohne komplizierte Fachausdrücke und schwer verständliches Versicherungsvokabular klären wir, wer von einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung profitiert und welche Leistungen es gibt.

Was leistet eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung?

Auf den ersten Blick mag es so wirken, als sei die Vermögensschadenhaftpflicht eine Versicherung unter vielen. Bei genauerem Hinsehen wird aber deutlich, wie wichtig diese Art der Haftpflichtversicherung wirklich ist. Das Funktionsprinzip ist dabei ganz einfach. Wie bei allen anderen Schäden verhält es sich auch mit einem Vermögensschaden: der Verursacher ist in vollem Umfang für den Vermögensschaden verantwortlich, den er verschuldet hat. Er haftet somit für den Schaden, der einer anderen Person durch eigenes Verschulden entstanden ist, und muss ihn selbst begleichen, wenn er keine entsprechende Versicherung besitzt. Das Gefährliche an Vermögensschäden: Sie erreichen schnell enorm hohe Summen, die dann nicht nur die berufliche, sondern auch die private Existenz der Unternehmer gefährden können.

Eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung muss in einer solchen Situation den Fall anhand aller Aussagen und wichtigen Dokumente klären und übernimmt dabei folgende Aufgaben:

  • Überprüfung der Rechtfertigung der Forderung bzw. deren Höhe
  • Abwehr von ungerechtfertigten Haftpflichtansprüchen
  • Begleichung des Vermögensschadens durch einen Betrag entsprechend der Deckungssumme,
  • Übernahme von möglichen Kosten für die Rechtsverteidigung

Welche Höhe sollte die Versicherungssumme haben?

Die Höhe der Versicherungssumme kann in der Haftpflicht individuell festgelegt werden und hängt von der entsprechenden Tätigkeit ab. Je höher sie ist, desto höher ist auch die Prämie, die gezahlt werden muss. Um festzulegen wie hoch die entsprechende Deckungssumme sein sollte, damit sie im Schadensfall ausreicht, muss errechnet werden, wie hoch ein Schaden im jeweiligen Bereich in der Regel ausfallen würde.

Grundsätzlich gilt, je größer das berufliche Risiko ist, desto höher sollte auch die Deckungssumme gewählt werden. Nur dann bleibt der Unternehmer im Schadensfall nicht auf den Forderungen sitzen. Verrechnet sich ein Architekt beispielsweise beim Bau einer exklusiven Villa und entstehen dadurch Schäden für den Kunden, so wird eine Deckungssumme von 100.000 höchstwahrscheinlich nicht ausreichen. Die Bedarfsanalyse kann im Vorfeld deshalb ganz einfach zeigen, wie hoch die Deckungssumme idealerweise sein sollte.

Wann haftet eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung?

Wichtig ist der Unterschied zwischen echten und unechten Vermögensschäden, da eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung nur bei sogenannten echten oder reinen Vermögensschäden einschreitet. Dabei führt die falsche, fehlerhafte oder unterlassende Tätigkeit direkt zu einem Vermögensschaden bei der beratenen Person. Unechte Schäden entstehen dagegen durch vorangegangene Sach- oder Personenschäden. Diese sogenannten Vermögensfolgeschäden können durch eine Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt werden.

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich: Jeder Gewerbetreibende ist gleichzeitig auch Kunde. So muss beispielsweise ein Anwalt die Dienste eines Steuerberaters in Anspruch nehmen und umgekehrt. Berät nun der Steuerberater den Anwalt falsch und diesem entsteht ein Schaden, so kann er sich freuen, das Geld ohne Probleme zurückzubekommen, wenn der Steuerberater über die empfohlene Versicherung verfügt. 

Für wen ist eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung nötig?

  • Freiberufler
  • Selbstständige
  • Unternehmer
  • Stiftungen, Vereine und Verbände

Eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist eine Haftpflichtversicherung für Unternehmen und damit in erster Linie für Gewerbetreibende interessant. In Berufen der Dienstleistungsbranche können, wie bei allen anderen Tätigkeiten auch, schnell Fehler passieren. Schließlich sind Menschen keine Maschinen und können somit niemals komplett fehlerfrei arbeiten. Das Problem besteht jedoch darin, dass bei einer kleinen Unachtsamkeit bereits große finanzielle Nachteile beim Kunden oder Mandanten entstehen können, die nicht selten entsprechende Schadensforderungen nach sich ziehen.

VermögensschadenhaftpflichtBesonders betroffen sind Berufsgruppen, in denen Kunden beraten werden, Planungen erfolgen, treuhänderische Tätigkeiten ausgeübt werden oder Gutachten erstellt werden. Oftmals verlangen Kunden auch den Nachweis einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, ehe sie einen Auftrag erteilen. Dies ist beispielsweise häufig in der IT-Branche oder bei Ingenieuren der Fall. Eine Haftpflichtversicherung für Vermögensschäden bietet Schutz, indem sie diese Risikogruppen gegen eventuelle Schäden und entsprechend hohen Kosten absichert.

Für einige Berufsgruppen ist eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung nicht nur nötig, sondern gesetzlich verpflichtend. Zu diesen Berufsgruppen gehören

  • Anwälte
  • Versicherungsmakler
  • Notare
  • Steuerberater
  • Wirtschaftsprüfer

Das kann passieren – mögliche Schadenfälle

  • Ein Anwalt berät einen Mandanten falsch, sodass Letzterem daraus hohe Kosten entstehen. Der Mandant möchte auf diesen Kosten natürlich nicht selbst sitzen bleiben und fordert Schadensersatz beim Anwalt. Dieser kann dann seine Vermögensschadenhaftpflicht-versicherung verständigen, um nicht selbst zur Kasse gebeten zu werden. Da hier die fehlerhafte Tätigkeit des Anwalts zum Schaden geführt hat, handelt es sich um einen echten Vermögensschaden und die Versicherung schreitet ein.
  • Ein Unternehmensberater berät eine Logistikfirma, der Zeitaufwand für das Transportieren von Gütern steigt daraufhin enorm. Das Unternehmen fordert die erhöhten Arbeitskosten sowie das Honorar zurück. Auch hier handelt es sich um einen reinen Vermögensschaden.
  • Eine Agentur gestaltet eine Werbeanzeige für einen Supermarkt. Durch die fälschliche Angabe eines wesentlich geringeren Preises als vorgesehen, verliert der Supermarkt massiv an Gewinn. Der Supermarkt verklagt die Agentur aufgrund der fehlerhaften Anzeige auf Schadensersatz, die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung schaltet sich ein.

Wie geht man im Schadenfall richtig vor?

Viele Versicherte der Risikogruppen haben Angst vor dem Eintreten eines Schadensfalls, aber Fehler sind menschlich und passieren von Zeit zu Zeit. Deshalb ist es umso wichtiger, sich vor allem im beruflichen Umfeld auf die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung verlassen zu können. Im Schadensfall wird diese am besten sofort kontaktiert. Unbedingt sollte von Schuldbekenntnissen oder voreiligen Zahlungen Abstand genommen werden. Anhand der Schilderungen und der entsprechenden Unterlagen kann dann schnell geklärt werden, ob und in welcher Höhe die Versicherung leistet.

Fazit:

Die Vermögensschadenhaftpflicht ist eine wichtige und in bestimmten Berufen sogar gesetzlich vorgeschriebene Versicherung für Personen, bei denen berufliche Versehen zu hohen Schadenersatzforderungen führen können. Sie bietet als einzige Gewerbeversicherung Schutz bei echten Vermögensschäden. Ihre Leistung besteht in der Zahlung der erforderlichen Entschädigung bzw. der Abwehr von unberechtigten Schadenersatzansprüchen.

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